Mallorca war ein perfekter Start in die EURO-Mission
Simon Rolfes am 02.06.2008 - 11:46 Uhr
Der Kurzurlaub zwischen den beiden Trainingslagern war eine willkommene Pause. Kurz bevor es in die richtig heiße Phase vor der EURO geht, konnte man so noch einmal körperlich, aber auch mental zur Ruhe kommen. Sich im gewohnten Umfeld darauf einstellen, was jetzt auf uns zukommen wird. Ich persönlich habe die Tage genutzt um ein paar Freunde und die Familien zu sehen.
Die Tage auf Mallorca waren ein perfekter Start für das ganze Team. Die Spekulationen, ob das Auswahlverfahren von 26 Spieler auf den endgültigen 23-köpfigen Kader schaden könnten oder nicht, waren nicht angebracht. Von gespannter Stimmung war nichts zu merken, im Gegenteil! Für die gute Atmosphäre haben natürlich auch die Frauen und Freundinnen gesorgt, die in der ersten Hälfte des Mallorca-Aufenthalts dabei sein durften. So lernt man auch von den Teamkollegen manchmal noch eine ganz andere Seite kennen. Dazu hatten wir in dieser Phase viele Freiheiten, durften auch mal auswärts essen gehen oder außerhalb das schöne Wetter genießen.
Mit den Frauen verließ uns aber auch die Sonne. Seit dem Abreisetag hat es immer mal wieder geschüttet wie aus Eimern. Das war wahrscheinlich auch äußerlich ein Zeichen, dass die Konzentration nun voll dem Fußball gelten soll.
Das Trainingsprogramm war wie erwartet sehr vielseitig und zunächst auf Regeneration ausgelegt. Einmal haben wir eine komplette Einheit Basketball absolviert. Aber dabei ging es nicht darum, so ein bisschen auf den Korb zu werfen, sondern es war richtig professionell. Ein ehemaliger Nationalspieler hat uns angeleitet und auch ein paar Tricks verraten. Besonders im defensiven Verhalten am Gegenspieler kann man sich doch einiges aus dem Basketball mitnehmen. So erhielten wir Tipps, wie wir mit guter Beinarbeit und cleveren Verhalten einen Gegenspieler richtig abdrängen können, ihn quasi ohne Foul dorthin lenken können, wo wir ihn haben wollen, also ganz weit weg vom Tor bzw. Korb.
Höhepunkt des Trainingslagers war natürlich unsere gelungene Generalprobe gegen Serbien. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich in einer wichtigen Phase der Partie noch mithelfen konnte, den Erfolg sicherzustellen. Das war mein zehntes Länderspiel. Wir waren klar besser als die Serben, taten uns aber schwer. Dass es am Ende zum Sieg gereicht hat, wird uns das nötige Selbstvertrauen für den EURO-Start geben. Stimmen, die uns schon wieder sehr kritisch begleitet haben, konnte ich nicht nachvollziehen. Das 2:2 gegen Weißrussland war ein typisches Testspielergebnis. Man muss ja nur auf die Resultate der Konkurrenz schauen, auch dort läuft im Vorfeld noch einiges nicht rund. Es ist wie jedes Jahr in der Bundesliga-Vorbereitung. Die Tests in so einer frühen Phase sind nur ein schönes Muster ohne Wert.
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