Zwei Treffer an der Torwand waren zu wenig
Simon Rolfes am 27.02.2008 - 22:28 Uhr
Was für ein Start in die Bundesliga-Rückrunde. Wir haben wirklich ein sehr schweres Programm und sind immer noch ungeschlagen. Allein in den ersten vier Spielen mussten wir gegen drei direkte Konkurrenten ran. Weder der KSC, der Hamburger SV noch Schalke konnte uns schlagen. Dazu das UEFA-Cup-Duell gegen Galatasaray. Wir können mit breiter Brust in die nächsten Wochen gehen. Auch weil wir uns gegen Istanbul und Schalke in der Defensive wieder von unserer besten Seite gezeigt haben.
Das Ergebnis gegen Schalke zeigt auch, dass es ein kein schlechtes Omen ist, in einem Stadion zu spielen, das gerade umgebaut wird. Die Baustelle BayArena ist gut durchdacht, es gibt eigentlich keine größeren Beeinträchtigungen. Dass der VIP-Bereich jetzt in einem Zelt untergebracht hat, lässt mich immer schmunzeln, weil es mich an die Zeit bei Alemannia Aachen erinnert. Auch dort gibt es eine Zeltlösung für die VIPs.
Ein Wort zum Schalke-Spiel muss ich noch loswerden. Ich finde es nicht nachvollziehbar, wie kritisch mit Torhüter Manuel Neuer umgegangen wird. Er hat irgendwann letztes Jahr mal eins, zwei Fehler gemacht, aber jetzt wird jedes Tor daraufhin untersucht, ob er es hätte halten können. Auch der Treffer von Manuel Friedrich wurde ihm angekreidet. Das ist unglaublich. Ich stand auf dem Platz und jeder kann bestätigen, dass dieser Ball absolut unhaltbar war. Der Ball war so hoch in der Luft und schlug im äußersten Winkel ein, den hält kein Torhüter.
Für mich persönlich waren die letzten Wochen voller spannender Erlebnisse. Ich war wieder bei der Nationalmannschaft dabei und wurde zum ersten Mal ins Aktuelle Sportstudio eingeladen, was mit meinem ersten Auftritt an der Torwand verbunden war. Mir gelangen zwei Treffer, aber das war zu wenig. Der Auftritt an der Torwand hatte nämlich besondere Brisanz, da ich vorher mit unserem Konditionstrainer Holger Broich gewettet hatte, dass ich drei Mal treffe. Ich habe verloren und muss ein Essen ausgeben. Das hatte ich mir anders vorgestellt.
Der Trip zur Nationalmannschaft war wieder sehr interessant. Langsam geht es auf die Zielgerade zur EURO und ich werte es natürlich als gutes Zeichen, dass ich weiterhin dabei bin. Dass ich gegen Österreich kurz vor Schluss noch eingewechselt wurde, werte ich als Vertrauensbeweis, über den ich mich gefreut habe. Ich weiß aber auch, dass ich zu der Gruppe Nationalspieler gehöre, die weiterhin Spiel für Spiel und Training für Training darum kämpfen muss, bei der Endrunde in Österreich und der Schweiz im Kader des Bundestrainers zu stehen. Diese Herausforderung nehme ich gern an.
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