Nationalmannschaft:
Simon Rolfes am 02.04.2007 - 13:31 Uhr
Sorry für diesen verspäteten Eintrag, aber die letzten beiden Wochen hatten es in sich. Ich bin kaum zur Ruhe gekommen. Die Nationalmannschafts-Nachberufung kam sehr überraschend, obwohl ich vor den beiden Spielen schon leichte Hoffnungen hatte. Insgesamt war es eine spannende, sehr schöne Erfahrung. Obwohl ich in DFB-Junioren-Auswahlteams gestanden habe und bis zum Schluss im Team 2006 aktiv war, kann man keinen dieser Einsätze auch nur entfernt mit einem Aufenthalt bei der Nationalmannschaft vergleichen. Dort ist alles einfach vier Ligen professioneller. Die Aufmerksamkeit ist sogar noch einmal deutlich höher als in der Bundesliga.
Allein der Trubel, der sich bei mir durch die Nachnominierung einstellte, spricht Bände. Ich war gerade mit dem Auto zu meinen Eltern nach Recke unterwegs und fast dort, als mich Bayer-Pressesprecher Uli Dost anrief, und mich informierte, dass ich nominiert bin und der DFB gleich anrufen wird. Keine fünf Minuten später überbrachte mir Co-Trainer Hans-Dieter Flick die offizielle Nachricht. Es war 13.30 Uhr und ich sollte um 16 Uhr im Hotel in Düsseldorf sein. Eine logistische Herausforderung für mich. Ich drehte um, sagte meinen Eltern ab, ließ meine Fußballschuhe mit einem Taxi aus Leverkusen nach Düsseldorf bringen und stand pünktlich in der Hotellobby.
Dort bekam ich eine ersten Eindruck von der Größe des Projekts Nationalmannschaft: Allein drei Hotel-Etagen waren komplett für den DFB reserviert. Ich erhielt meine Kleidung und kurze Einweisungen. Darunter war auch die Ratschläge, mich auf die offiziellen Medientermine des DFB zu konzentrieren und das Handy auszuschalten. Dass dieser Rat angebracht war, hatte ich schon vorher im Auto gemerkt. Kaum wusste ich von meiner Nachnominierung klingelte mein Handy pausenlos. Auch das öffentliche Training war ein Beleg für die Bedeutung der Auswahl in Deutschland. Obwohl wir nichts anderes im Programm hatten als an anderen Trainingstagen, war das Stadion in Duisburg bis auf den letzten Platz gefüllt.
Nur eine Stunde später stand ich mit den anderen Nationalspielern auf dem Platz. Als "Neuer" konnte ich mich da nicht fühlen. Mit 90 Prozent des Teams habe ich bereits mal in einer Mannschaft gespielt. Es war mit einigen ein schönes Wiedersehen. Wenn ich richtig überlege, dann kannte ich eigentlich nur Trochowski, Jansen, Hilbert und Hildebrand bisher nicht persönlich. Mit den Anderen habe ich entweder im Verein oder in den Juniorenteams des DFB zusammengespielt. So etwas erleichtert natürlich den Einstieg. An das Spiel selbst werde ich mich immer mit viel Freude erinnern. Ich war schnell in der Partie und glaube auch, dass diese junge Mannschaft sich trotz der Niederlage ganz ordentlich verkauft hat.
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