Mr. Zuverlässig - Leverkusens Mittelfeldspieler Simon Rolfes gibt niemals auf
www.simon-rolfes.de am 14.02.2007 - 12:02 Uhr
Von Thomas Kilchenstein
Es war kein Zufall, dass das überaus glückliche 2:2 in allerletzter Sekunde für Bayer Leverkusen am Samstag gegen Eintracht Frankfurt von Simon Rolfes vorbereitet worden war. Den Querpass in der Nachspielzeit musste Stefan Kießling nur noch einschieben. Es war deshalb kein Zufall, weil Rolfes schon in den 90 Minuten zuvor einer der wenigen Aktivposten des Leverkusener Spiels war. "Im Spiel", sagt der Blondschopf, "bin ich schon ehrgeizig und diszipliniert". Einer wie er gibt nicht auf, auch nicht in der letzten Sekunde des Spiels – mit Erfolg, wie sich im Spiel gegen Frankfurt zeigte.
Seine Aufgabe im defensiven Mittelfeld ist es, den zahlreichen Offensivkräften der Werkself den Rücken frei zu halten. Den Junioren-Nationalspieler zeichnen Ballsicherheit und Übersicht aus. Er mag es, wenn "es im Fußball zur Sache geht", sagt er. "Die besten Szenen, die ich in einem Spiel habe", hat er einmal in einem Interview mit dem Magazin "RUND" gesagt, "passieren immer aus dem Instinkt heraus". Im Grunde sei er so etwas wie ein "Fußball-Indianer".
Auch heute Abend im Hinspiel im Uefa-Cup gegen die Blackburn Rovers (18 Uhr / live im ZDF) wird Rolfes wieder Kilometer fressen, Löcher stopfen und nach Möglichkeit mit seinem passablen linken Fuß die Spitzen einsetzen. Rolfes, der aus Westfalen stammt, beim TuS Recke das Fußballspielen lernte und fünf Jahre bei Werder Bremen spielte (wo er gewogen und für zu leicht befunden wurde), ist längst zu einer festen Größe bei Bayer Leverkusen herangereift. 2005 für 750.000 Euro vom damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen gekommen, schaffte er in seinem ersten Bundesligajahr bei Bayer gleich 32 Einsätze (und schoss sieben Tore). Jetzt, in seiner zweiten Saison, ist er neben Torhüter Hans-Jörg Butt und Altmeister Sergej Barbarez der einzige Spieler, der alle 21 Spiele in der Liga bestritten hat. Zu seiner Bremer Zeit, er war Anfang 20, habe er unbedingt den Sprung in die erste Mannschaft schaffen wollen, "ich war zu verbissen und ungeduldig". Erst der Umweg über Alemannia Aachen brachte seine Karriere entscheidend voran.
"Mini-Ballack" hat ihn einst Bayer-Sportdirektor Rudi Völler geadelt. Rolfes könne eine ähnliche Entwicklung wie der Kapitän der Nationalelf nehmen, "der als relativ unbekannter Spieler zu uns kam und hier eine Riesenkarriere machte", sagte Völler – vielleicht ein bisschen zu überschwänglich.
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