Die ganz große Herausforderung
Steffi Renz am 03.07.2007 - 14:20 Uhr
HAMBURG. Natürlich hofft er darauf, dass er dabei ist. Heute in Hamburg, wenn das EM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei angepfiffen wird. Zumindest im Kader will er sein: Simon Rolfes, 25 Jahre alt, Profi bei Bayer Leverkusen, früher in den Diensten des SSV Reutlingen. Von Januar bis Juli 2003 bestritt
Rolfes 13 Zweitligapartien für die »Nullfünfer« und denkt immer noch gern an die Zeit an der Kreuzeiche zurück: »Das war ein wichtiges Jahr für mich, in dem ich einen großen Schritt Richtung Bundesliga gemacht habe.« Damals schoss der Mittelfeldspieler das erste Tor vor der neuen Haupttribüne im Eröffnungsspiel
gegen den FC Bayern München (3:3). Nach dem Abstieg des SSV kehrte er zu Werder Bremen zurück, 2004 wechselte er zu Alemannia Aachen. Vor zwei Jahren folgte dann der Sprung in die Bundesliga, im März dann die erste Berufung ins Nationalteam.
WM 2006 war ein Traum
Bundestrainer Joachim Löw schätzt den Ex-Reutlinger: »Simon ist sehr aufmerksam, technisch stark und er spielt die klaren, einfachen Bälle. Er ist ein wichtiger Mannschaftsspieler.« Rolfes findet »ein so positives Feedback natürlich toll«. Und er hat sich einiges vorgenommen: »Die EM 2008 ist ein realistisches Ziel -
trotz des Konkurrenzkampfes. Das ist ja die ganz große Herausforderung. Und wenn man alles gegeben hat und andere dann besser waren, okay.« Die ersten Erfahrungen bei der Nationalmannschaft nimmt ihm keiner mehr. »Das ist nochmals ein Qualitätssprung zum Verein. Das Spiel ist noch schneller, alle sind technisch sicher, das ist absolut klasse.« Rolfes hatte immer schon das Ziel, Nationalspieler zu werden, sagt er im Gespräch mit dem GEA in Hamburg. »Als ich
in Reutlingen spielte, hatte ich noch den Traum, bei der WM 2006 dabei zu sein.« Das hat zwar nicht geklappt, beim Testspiel gegen Dänemark war es dann aber endlich soweit: »Ich war unterwegs zu meinen Eltern in den Norden, als der Anruf von Hansi Flick kam. Meine Freundin saß bei mir im Auto, die hat es gleich mitgekriegt.« Auch die Berufung in den Kader für die Qualifikationsspiele gegen San Marino und die Slowakei kam überraschend. Obwohl Rolfes in der vergangenen Saison alle 34 Bundesligaspiele sowie zwölf Uefa-Cup-Spiele absolvierte, nimmt er den verkürzten Urlaub gern in Kauf. Dass er gegen San Marino nicht spielte, nimmt er gelassen: »Natürlich wäre ich gerne eingewechselt worden. Aber es ist in solchen Spielen eben so, dass da eher die Stürmer hereinkommen. Ich kann nur weiter gut trainieren.« Auch gegen die Slowakei wisse man nie, »wie das Spiel läuft. Ich bin darauf vorbereitet, eingesetzt zu werden«. Die Konkurrenz ist groß, aber »das spornt mich an«. Simon Rolfes ist stolz, es geschafft zu haben.
Vom hohen Norden über Reutlingen in die große Fußballwelt. (GEA)
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