KICKER: Simon Rolfes trotzt all den Wirrungen - Von Michael Skibbe gab es Lob
Simon Rolfes am 10.11.2005 - 16:55 Uhr
Dass er an einem historischen Spiel teilnehmen wird, ist Simon Rolfes (23) durchaus bewusst. Wenn er am 15. November mit dem "Team 2006" im österreichischen Mattersburg antritt, ist dies der letzte Auftritt dieser Mannschaft, die ihm trotz geringer öffentlicher Wertigkeit immer auch "ein besonderes Gefühl" vermittelte: "Dafür sorgt allein schon die Nationalhymne."
Wann und ob er die zum nächsten Mal auf dem Rasen hören wird, darüber macht sich der schlaksige Leverkusener wenig Gedanken. Für ihn geht es nicht um Blütenträume, für ihn geht es um aktuelle Realitäten: "Ich will mich etablieren, meine Leistung steigern und Verantwortung übernehmen."
Punkt eins dieser Checkliste kann er abhaken. Stand heute ist Simon Rolfes (10 Spiele, kicker- Durchschnittsnote 3,44, zwei Tore) Stammspieler bei Bayer. All die Irrungen und Wirrungen der recht turbulenten Spielzeit konnten dies nicht verhindern.
Den Rest will er "Stück für Stück" bewältigen, wobei der zuletzt eingeschlagene Weg nicht ganz der ist, den man sich in der sportlichen Leitung für den Blondschopf vorstellte. Eigentlich sollte er im Verband mit Carsten Ramelow die Spielorganisation übernehmen. Durchaus auch offensiv, ähnlich wie in Aachen, wo Reiner Plaßhenrich den hinteren Part besetzte, Rolfes eher für die Spieleröffnung zuständig war. Zuletzt musste er zentral defensiv alleine ran: Ramelow ist noch verletzt, Castro wurde hinten links gebraucht, Barnetta vorne rechts. Eine ungewohnte Position, die er immer besser interpretierte. Von Michael Skibbe gab es nach dem Sieg am Samstag ein Lob: "Er hat Präsenz gezeigt und in den Luftduellen seine Körpergröße eingesetzt."
Rolfes nimmt Kritik an, versucht sich stetig zu verbessern, dies geht dieser Tage bei Bayer einfacher als noch vor Monaten. "Wir haben unseren Weg gefunden, jetzt geht der Blick endgültig nach oben", so der Ex-Bremer.
Frank Lußem
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