KICKER: Skibbe:

Simon Rolfes am 18.04.2006 - 16:52 Uhr


Was für ein Osterwochenende für Simon Rolfes. Erst am Montag, bei der Fahrt ins heimatliche Recke zur Geburtstagsfeier von Mutter Helena (60), kam der schlaksige Blondschopf dazu, die Dinge zu ordnen.

Der Doppelpack gegen Borussia Mönchengladbach, "mein erster im Profibereich", anschließend zahllose Interviews für scheinbar sämtliche Medien, zur Belohnung zwei freie Tage vom Trainer kassiert, schließlich und endlich am Ostersonntag noch das Remis der Konkurrenz aus Stuttgart und der Bundesliga-Aufstieg seiner Ex-Kollegen aus Aachen. "Das", so Rolfes, "war das Sahnehäubchen." Seinen Kumpels, den Alemannia-Profis Rainer Plaßhenrich und Florian Bruns, gratulierte er telefonisch, "ich freue mich jetzt schon auf die Duelle in der kommenden Saison".
Simon Rolfes wird dann mit dem Vorsprung einer Bundesligaspielzeit in die Begegnungen gegen die Ex-Kollegen gehen. Einer Spielzeit, die bislang für ihn besser läuft, als er es selber erwarten konnte. Aus dem Neuzugang aus der Zweiten Liga wurde eine Stammkraft im Leverkusener Mittelfeld, mit fünf Toren und drei Assists (kicker-Durchschnittsnote nach 28 Spielen: 3,56) offensiv respektabel, defensiv meist stabil und solide. Die Partie gegen Mönchengladbach geriet zum vorläufigen Höhepunkt für den 24-jährigen Schlaks, der immer besser wurde im Verlauf der Spiele, "weil ich schnell gelernt habe, worauf es ankommt in der Bundesliga".

Auf die Konzentration beispielsweise. "Extrem wichtig" sei die, "weil Fehler viel schneller bestraft werden als in der Zweiten Liga." Er konnte seine Fehlerquote minimieren, darf heute behaupten, sein größtes Ziel erreicht zu haben: "Ich wollte Stammspieler werden, das habe ich geschafft." Dass er in seiner ersten Bundesligasaison nicht immer als Überflieger daher kam, auch schwächere Leistungen ablieferte, sieht er nicht als Nachteil: "Ich hatte mein Tief und habe herausgefunden. Das war eine wichtige Erfahrung." Wichtig waren vor allen Dingen die Tore gegen Mönchengladbach. Rolfes gesteht:"Wir haben sicher nicht so gut gespielt, sind aber vielleicht belohnt worden für die Leistungen in den drei Spielen vorher."

Mit zuletzt zwölf Zählern aus vier Partien (in Dortmund und Stuttgart, gegen Kaiserslautern und Mönchengladbach) holte Bayer das Maximum und packte den Anschluss an die UEFA-Cup-Ränge, geht nun als Tabellenfünfter in die extrem schwierigen Auswärtsspiele in Hamburg und Berlin. Ob dieser Ausgangssituation weigert sich Michael Skibbe, die Lage rosig zu sehen: "Es wird schwer, sehr schwer. Das Spiel gegen Mönchengladbach war nicht der Maßstab für die Spiele, die nun kommen. Da müssen wir an die Leistungen anknüpfen, die wir vorher gezeigt haben."



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