ARD.DE - Interview: Rolfes' UEFA-Cup-Rechnung
Simon Rolfes am 21.04.2006 - 16:47 Uhr
Als Neuzugang hat sich Simon Rolfes gleich im ersten Jahr bei Bayer 04 Leverkusen als Stammspieler etabliert. Zuletzt war er auch der Mann für entscheidende Tore. sport.ARD.de sprach vor dem schweren Spiel am Samstag (22.04.06) beim HSV mit ihm.
sport.ARD.de: Doppelpack in der Bundesliga, Platz fünf und dann ist noch ihr Ex-Klub Aachen am Sonntag (16.04.06) aufgestiegen. Bekommen Sie zurzeit ein Grinsen überhaupt aus dem Gesicht?
Simon Rolfes: Das ist natürlich alles super zurzeit. Vor allem auch der Erfolg der Aachener hat mich unheimlich gefreut.
Wie hat sich im Vergleich zu vor einem halben Jahr die Stimmung in Leverkusen gewandelt?
Rolfes: Ende letzten Jahres waren wir sehr unsicher. Nach einem Gegentor ist viel Unruhe in die Mannschaft gekommen. Jetzt treten wir gefestigt auf, zeigen mehr Stärke und Zielstrebigkeit. Das merkt man auch im Training. Alles läuft.
Welchen Zeitpunkt würden Sie als Wendepunkt sehen?
Rolfes: Zum einen das erste Rückrundenspiel gegen Frankfurt, als wir uns in der ersten Hälfte schwer getan und dann nach Rückstand noch gewonnen haben. Zum anderen waren auch die Niederlagen in Bielefeld und gegen Mainz wichtig. Da hat die Mannschaft gemerkt: So geht's nicht.
Was macht Leverkusen zurzeit so stark?
Rolfes: Dass wir klar als Mannschaft und kompakte Einheit auftreten. Vorher hat jeder versucht, selbst mit seinem individuellen Können zu helfen. Jetzt, wo wir auch als Mannschaft agieren, kommen diese individuellen Stärken viel besser zum Tragen.
Reicht das auch beim HSV?
Rolfes: Klar ist: Nach vier Siegen in Folge haben wir großes Selbstvertrauen. Wir fahren sicherlich nicht nach Hamburg, um die Punkte abzugeben.
Wie viel hat eigentlich gefehlt, dass sie am Samstag das Trikot des Gegners getragen hätten?
Rolfes: Der HSV war schon mit in der Endausscheidung. Aber Situation und die persönliche Perspektive haben für Leverkusen gesprochen. In dem System habe ich größere Chancen gesehen, zu spielen. Außerdem hat Bayer deutlicher gemacht, dass sie auf mich bauen.
Wie sieht Ihre Rechnung für die letzten vier Saison-Spiele aus, damit es zum UEFA-Cup reicht?
Rolfes: Am besten wären natürlich zwölf Punkte (lacht). Nein, so acht bis zehn Punkte müssen es wohl schon sein.
Welche Rolle spielt da das direkte Duell mit Hertha BSC am 32. Spieltag?
Rolfes: Das ist nur ein weiteres wichtiges Spiel. Ich denke nicht, dass der Sieger der Partie dann durch ist.
Wo steigt nach dem 34. Spieltag die größere Sause - in Aachen oder Leverkusen?
Rolfes: In Aachen wird sicherlich alles etwas größer aufgezogen. Schließlich hat die Alemannia fast Historisches erreicht. Aber ich hoffe, dass wir in Leverkusen auch mit Platz fünf einiges zu feiern haben.
Wie sieht Ihre Planung für nach der Saison aus?
Rolfes: Ich habe noch gar nichts geplant. Ich werde wohl für ein paar Tage mit meiner Freundin wegfahren.
Auf Ihrer Homepage steht, es wäre Ihr Traum, Weltmeister 2006 zu werden - oder meinten Sie das eher pauschal auf Deutschland bezogen?
Rolfes (lacht): Der Inhalt ist wohl noch von 2001, als wir die Seite erstellt haben. Aktuell rechne ich eigentlich nicht mit einem Anruf von Jürgen Klinsmann. Trotzdem ist es natürlich mein Ziel, für Deutschland zu spielen. Schließlich habe ich seit der U18 alle Auswahlteams durchlaufen.
Das Gespräch führte Dirk Burkhardt.
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