KICKER: Senkrechtstarter auf der Suche nach der Form - Rolfes:

Simon Rolfes am 16.11.2006 - 16:43 Uhr


Wenn von zukünftigen Nationalspielern bei Bayer Leverkusen in den vergangenen Monaten die Rede war, fiel sein Name immer wieder: Simon Rolfes, 24-jähriger Mittelfeldspieler, galt als potenzieller Kandidat für höhere Aufgaben.
Mehr als respektabel absolvierte er sein erstes Bundesligajahr, in 32 Einsätzen gelangen dem Defensivorganisator sieben Tore und drei Assists. Während Kapitän Carsten Ramelow zeitweise das Geschehen von der Bank aus verfolgen musste, war Frischling Rolfes, gekommen vom Zweitligisten Aachen, gesetzt.

Bis zum vergangenen Samstag galt dies auch für die laufende Spielzeit. Zwölf Partien, ebenso oft lief der Blondschopf auf. Indes: Die Vorzüge, die ihn in der Vorsaison auszeichneten, ließ er zuletzt immer häufiger vermissen: Passspiel, Übersicht, Torgefährlichkeit, Präsenz - Rolfes fehlten plötzlich überall ein paar Prozent. Folgerichtig die Auswechslung gegen die Bayern, vielleicht kostete ihn dieser Auftritt zunächst seinen Platz in der Anfangsformation. "Damit kann ich leben", sagt Rolfes, der eingesteht: "Mir geht es wie dem Team: Es fehlt Konstanz, es ist zu wechselhaft, was ich zeige."

Ursachenforschung will er gar nicht groß betreiben: "Ich muss die Ruhe bewahren und mich auf meine Stärken konzentrieren." Vergessen darf man nicht: Rolfes befindet sich im "gefährlichen" zweiten Bundesligajahr, das schon vielen Shooting-Stars Probleme bereitete: "Schlechte Phasen", meint er, "gehören dazu." Er erfährt dies momentan.

Michael Skibbe sieht es gelassen. Die Ursachen hat das Trainerteam erkannt, vor allen Dingen die Passgenauigkeit lässt zu wünschen übrig bei Rolfes. Daran wird nun verstärkt gearbeitet, alles andere ("Selbstsicherheit, Präsenz!") wird dann kommen. Wobei Skibbe Rolfes in Schutz nimmt, was die mangelnde Torgefährlichkeit angeht: "Da hat er in der vergangenen Saison ungemein von Dimitar Berbatov profitiert. Der verarbeitete die Bälle, hielt sie fest und bediente die nachrückenden Mittelfeldspieler. So ein Typ fehlt uns." Stefan Kießling, Torschütze gegen Bayern, könnte in diese Rolle hineinwachsen. Aber der ist gerade auf dem Weg aus dem spielerischen Tief. In seiner vierten Bundesliga-saison übrigens.

Frank Lußem



  Zurück