EUROSPORT.DE: Es ist ein Schlüsselspiel

www.simon-rolfes.de am 15.02.2007 - 16:39 Uhr


Simon Rolfes ist einer der Shooting-Stars der Bundesliga. Im Exklusiv-Interview mit eurosport.de erklärt der 25-jährige Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen Hintergründe zum UEFA Cup-Kracher gegen die Blackburn Rovers (Mittwoch, 18:15 Uhr im Live-Ticker) und meldet Ansprüche in der Nationalelf an.

Der Hit gegen Blackburn steht unmittelbar bevor. Wie hoch ist die Anspannung innerhalb der Mannschaft?
Simon Rolfes: Sie ist schon sehr hoch. Spiele im UEFA Cup sind immer etwas Besonderes. Dessen ist sich jeder von uns bewusst. Schließlich sind es die Partien gegen die internationalen Gegner, für die man sich die gesamte Saison aufreibt. Wir sind einer von drei auf Europa-Ebene verbliebenen deutschen Vereinen, und wir wollen unser Land entsprechend gut vertreten.

Die Erfahrungen mit englischen Teams sind hingegen dürftig. Nach einem schwachen Spiel in der Vorrunde setzte es ein 0:1 gegen Tottenham Hotspur. Liegen euch die Clubs von der Insel etwa nicht?
Rolfes: Englische Mannschaften spielen taktisch sehr diszipliniert und zeichnen sich durch Stärke - vor allem in der Defensive - aus. Das Match gegen Tottenham war in der Tat nicht das beste von uns, aber ich hoffe, wir haben aus den Fehlern gelernt.

Aus welchen Fehlern konkret?
Rolfes: Aus denen, die wir zuletzt auch in der Bundesliga gemacht haben. Uns fehlte schlicht die Ordnung - gerade in der Abwehr. Dadurch, dass diverse Spieler ihre Positionen aufgegeben und sich damit losgelöst vom taktischen Konzept bewegt haben, haben wir den Gegner aufgebaut - sei es der VfL Wolfsburg, Werder Bremen oder Eintracht Frankfurt. Sie alle haben dadurch den Raum bekommen, den wir uns durch unser System eigentlich hatten erspielen wollen.

Erklärt das auch, warum Leverkusens Spiel im Grunde immer recht nett anzusehen ist, aber letztlich doch das gewisse Etwas zur Spitzenmannschaft fehlt?
Rolfes: Zum Teil. Wir sind einfach noch zu unkonstant. Die phasenweise fehlende Struktur unterscheidet uns eben noch von einem Team für die oberen Ränge. Dabei haben wir auch schon bewiesen, dass wir eine Serie hinlegen können. Wenn wir einen Lauf haben, geht dann alles plötzlich.

Das Saisonziel bleibt aber weiterhin die erneute Qualifikation für den UEFA Cup, oder?
Rolfes: Ja, in jedem Fall. Wir dürfen jetzt nicht gleich unsere Ziele zurückschrauben. Vier Punkte Rückstand auf Hertha BSC und den 1. FC Nürnberg sind schnell aufzuholen.

Ein Sieg gegen Blackburn könnte dabei einen entscheidenden Impuls geben. Ist es vielleicht gar ein Schlüsselspiel der Saison?
Rolfes: Es ist richtig, dass ein Sieg gegen die Rovers uns einen Schwung für die Liga verpassen könnte. So war das auch, nachdem wir uns mit dem 2:1 gegen Besiktas Istanbul für die nächste Runde qualifiziert haben. Deshalb ist das Spiel gegen Blackburn schon ein Schlüsselspiel.

Sie selbst könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen. Ihr Platz in der Startelf ist sicher, durch Ihre guten Leistungen und Tore haben Sie sich zudem in den Dunstkreis der Nationalelf gespielt. Ruft Bundestrainer Joachim Löw beizeiten mal an und erkundigt sich nach Ihrem Leistungsstand?
Rolfes: Nein. Wir haben noch nicht telefoniert. Wirklich. Ich mache mich auch davon frei, ständig an die Nationalelf zu denken. Es steht jedoch außer Frage, dass ich bei der EM 2008 gerne dabei sein würde. Ich versuche, mich bis dahin weiterhin zu empfehlen, der Rest kommt dann schon automatisch. Da bin ich sicher.

Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt nach Mittwochabend nicht. Am Samstag kommt Ihr ehemaliger Trainer aus Aachener Zeiten, Dieter Hecking, mit Hannover 96 nach Leverkusen. Wie schätzen Sie den Gegner ein?
Rolfes: Dieter Hecking lässt ähnlich wie eine englische Mannschaft spielen. Immer sehr strukturiert und diszipliniert. Zudem haben die zuletzt enorm Boden gut gemacht und sitzen uns direkt im Nacken. Es wird auf jeden Fall schwer.



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